Wirtschaft und Gemeinden haben mehr miteinander zu tun, als es auf den ersten Blick scheint. Betriebe schaffen Arbeitsplätze, sichern Wertschöpfung vor Ort und prägen das Leben in den Gemeinden. Bürgermeisterinnen wiederum schaffen mit ihren Entscheidungen wichtige Rahmenbedingungen dafür, wie attraktiv eine Region als Wirtschafts- und Lebensraum ist.

Genau an dieser Schnittstelle setzte die erste Kärntner Bürgermeisterinnen-Konferenz von „Frau in der Wirtschaft“ an. Bürgermeisterinnen und Unternehmerinnen kamen zusammen, um über gemeinsame Herausforderungen, Erwartungen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu sprechen. Mit Elisabeth Lobnik war auch die Bürgermeisterin von Bad Eisenkappel vertreten. Die Gemeinde ist damit eine von neun Gemeinden, die von einer Frau geführt werden.
Bad Eisenkappel mit Bürgermeisterin Elisabeth Lobnik
Elisabeth Lobnik bringt besonders viel Erfahrung aus der Kommunalpolitik mit. Seit 35 Jahren ist sie in der Politik tätig und kennt damit die Herausforderungen einer Gemeinde aus langjähriger Praxis. „Was uns auszeichnet, ist der Wille: Veränderungen nicht nur zu begleiten, sondern sie aktiv mitzugestalten“, so Lobnik im Rahmen der Konferenz.
Damit beschreibt sie zugleich einen Gedanken, der sich durch die Veranstaltung zog: Gemeinden und Wirtschaft stehen vielfach vor ähnlichen Herausforderungen – und können diese auch gemeinsam angehen.
38 Unternehmerinnen in Bad Eisenkappel
Welche Rolle Unternehmerinnen in den von Bürgermeisterinnen geführten Gemeinden spielen, zeigen auch die Zahlen der Wirtschaftskammer Kärnten. Ende Dezember 2025 waren in den neun entsprechenden Kärntner Gemeinden insgesamt 711 Unternehmerinnen tätig. In Bad Eisenkappel wurden 38 Unternehmerinnen gezählt. Zum Vergleich: In Velden am Wörther See waren es 266, in Wernberg 143 und in Pörtschach 101.
Die Zahlen zeigen, dass weibliche Unternehmerschaft auch in kleineren Gemeinden eine Rolle für die regionale Wirtschaft spielt. Gerade außerhalb größerer Zentren sind lokale Betriebe häufig eng mit der Gemeinde und der Bevölkerung verbunden.
Gemeinsame Herausforderungen
Bei der Konferenz ging es deshalb nicht nur um politische Themen. Im Mittelpunkt stand vielmehr der Perspektivenwechsel. Bürgermeisterinnen sollten die Anliegen von Unternehmerinnen kennenlernen, während Unternehmerinnen die Möglichkeiten und Grenzen kommunaler Arbeit besser verstehen sollten.
WK-Vizepräsidentin und FiW-Vorsitzende Astrid Legner sieht darin einen wichtigen Ansatz: „Wenn wir verstehen, was die jeweils andere Seite braucht, werden nicht nur unterschiedliche Erwartungen sichtbar. Es zeigen sich auch konkrete Ansatzpunkte, an denen wir gemeinsam weiterarbeiten können.“
Von der Konferenz zur weiteren Zusammenarbeit
Die Veranstaltung soll kein einmaliger Austausch bleiben. Die Ergebnisse der ersten Bürgermeisterinnen-Konferenz sollen in die weitere Vernetzung einfließen. Geplant ist u.a. eine FiW-Bürgermeisterinnen-Agenda 2027.