Für Menschen mit Demenz können ungewohnte Situationen schnell zu Stress und Orientierungslosigkeit führen. Ein Polizeieinsatz kann diese Unsicherheit noch verstärken, etwa wenn mehrere Personen auf sie zukommen, Fragen gestellt werden oder eine Situation für die Betroffenen nicht nachvollziehbar ist.
Genau hier setzt die neue Ausrichtung der Polizei im Bezirk Völkermarkt an. Alle Bediensteten wurden im Umgang mit Menschen mit Demenz geschult. Neben dem notwendigen Fachwissen über die Erkrankung ging es vor allem um den praktischen Umgang mit Betroffenen. Eine ruhige Ansprache, verständliche Kommunikation und Geduld spielen dabei eine wichtige Rolle. Auch Angehörige sollen, wenn es die Situation zulässt, entsprechend einbezogen werden.
„Menschen mit Demenz sind besonders verletzlich. Gerade in herausfordernden Situationen brauchen sie Sicherheit, Orientierung und ein Gegenüber, das ruhig, respektvoll und empathisch handelt“, sagt Chefinspektor Rudolf Stiff, Leiter des Kriminaldienstreferates im Bezirk Völkermarkt.
Verhalten richtig einschätzen
Für die Einsatzkräfte bedeutet die Schulung auch, mögliche Anzeichen einer Demenzerkrankung besser zu erkennen. Denn auffälliges oder orientierungsloses Verhalten muss nicht zwangsläufig auf eine akute Gefährdung oder eine andere Ursache zurückzuführen sein. Besonders bei vermissten oder orientierungslosen Personen kann dieses Wissen wichtig sein. Aber auch bei alltäglichen Amtshandlungen kann ein angepasstes Vorgehen dazu beitragen, dass Situationen nicht unnötig eskalieren.
Mit der Klassifizierung als demenzfreundliche Dienststellen soll das Thema künftig auch im polizeilichen Alltag eine entsprechende Rolle spielen. Für das Bezirkspolizeikommando Völkermarkt ist die abgeschlossene Schulung daher nicht als einmalige Aktion gedacht. Vielmehr soll das Wissen im täglichen Dienst weiter angewendet und die Qualität im Umgang mit Menschen mit Demenz langfristig gesichert werden.