3.881 Menschen haben die katholische Kirche in Kärnten im Jahr 2025 verlassen. Das sind 680 Austritte weniger als 2024, als 4.561 Personen ihren Austritt erklärten. Damit ging die Zahl innerhalb eines Jahres um rund 15 Prozent zurück. Gleichzeitig verzeichnete die Diözese mehr Wiederein- und Übertritte. 495 Menschen kehrten 2025 in die katholische Kirche zurück oder traten von einer anderen Konfession über. Im Jahr davor waren es 440 gewesen.
Seit Juli 2025 können Wiedereintritte in Kärnten auch online beantragt werden. Dieses Angebot nutzten im zweiten Halbjahr 95 Personen. 42 Menschen widerriefen zudem ihren bereits erklärten Kirchenaustritt. 2024 waren es 35 gewesen.
„Die Möglichkeit zum Online-Wiedereintritt erleichtert vielen den ersten Schritt zurück in die kirchliche Gemeinschaft“, so Generalvikar Dr. Johann Sedlmaier. Das Angebot sei „zeitgemäß und niederschwellig und eröffnet Menschen einen unkomplizierten Weg zurück in die Kirche“, betont er.
Zahl der Katholiken sinkt weiter
Trotz des Rückgangs bei den Austritten bleibt die Zahl der Katholiken in Kärnten rückläufig. Mit Stichtag 1. Jänner 2026 gehörten 320.276 Menschen der römisch-katholischen Kirche an. Das entspricht 56,19 Prozent der Kärntner Bevölkerung.
Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl damit um rund 1,6 Prozent gesunken. Der Rückgang bei den Kirchenaustritten bedeutet somit nicht, dass sich der langfristige Mitgliederschwund umgekehrt hätte.
Weniger Taufen und Trauungen
Auch bei den kirchlichen Feiern zeigt die Statistik Veränderungen. 2025 wurden in Kärnten 2.423 Kinder getauft, nach 2.552 im Jahr davor. 2.838 Erstkommunionen standen 3.212 im Jahr 2024 gegenüber. Bei den Firmungen ging die Zahl von 2.744 auf 2.587 zurück.
Auch kirchliche Trauungen wurden weniger gefeiert: 537 Paare ließen sich 2025 kirchlich trauen, 2024 waren es noch 635 gewesen. Die Zahl der kirchlichen Begräbnisse sank dagegen nur leicht von 3.573 auf 3.498.
„Diese Pastoraldaten zeigen, dass die Menschen in Kärnten sich nach spiritueller Beheimatung, Gemeinschaft und Segen sehnen und die Begleitung der Kirche schätzen“, sagt Sedlmaier. Erfreut zeigt sich Sedlmaier über den Rückgang der Kirchenaustritte bei gleichzeitiger Zunahme der Wiedereintritte.
Diözese schließt Jahr mit Plus ab
Neben der Kirchenstatistik hat die Diözese Gurk auch ihren Rechnungsabschluss für 2025 vorgelegt. Das Jahresergebnis fällt mit rund 349.000 Euro positiv aus. Die laufenden Einnahmen beliefen sich auf 43,28 Millionen Euro. Dem standen betriebliche Ausgaben von 43,73 Millionen Euro gegenüber. Das operative Ergebnis war damit zunächst mit 451.000 Euro negativ.
Für das positive Jahresergebnis sorgte vor allem das Finanzergebnis: Aus der nachhaltigen Veranlagung am Kapitalmarkt erzielte die Diözese einen Überschuss von rund 800.000 Euro.
Kirchenbeitrag bleibt wichtigste Einnahmequelle
Der Kirchenbeitrag ist weiterhin die zentrale finanzielle Säule der Diözese. 2025 kamen daraus 32,48 Millionen Euro – rund 75 Prozent der Gesamteinnahmen.
Auf der Ausgabenseite entfiel mit rund 26 Millionen Euro der größte Anteil auf Personalaufwendungen. Darin enthalten sind die Kosten für die 197 Priester und 391 Laienmitarbeiterinnen und -mitarbeiter der Diözese, Priesterpensionen sowie die Mitfinanzierung von 134 pfarrlichen Angestellten. Rund 2,6 Millionen Euro flossen außerdem als Zuschüsse und Unterstützungen an Pfarren, diözesane Bildungs- und Sozialeinrichtungen, überdiözesane Institutionen sowie in Missions- und Entwicklungshilfeprojekte.
Strukturreformen sollen Finanzlage absichern
Trotz des positiven Jahresergebnisses sieht die Diözese keinen dauerhaften finanziellen Spielraum. Finanzkammerdirektor Gerhard Salzer und Diözesanökonom Burkhard Kronawetter verweisen darauf, dass die laufenden Ausgaben weiterhin über den laufenden Einnahmen liegen.
Die bereits beschlossenen Strukturmaßnahmen im Rahmen des Kirchenentwicklungsprozesses müssten deshalb konsequent umgesetzt werden. Nur so könne die finanzielle Entwicklung auch langfristig positiv gestaltet werden, betonen die beiden Verantwortlichen.
Die Bilanz der Diözese für 2025 fällt damit zweigeteilt aus: Die Zahl der Kirchenaustritte ist deutlich gesunken und mehr Menschen sind wieder eingetreten. Gleichzeitig setzt sich der Rückgang der Gesamtzahl der Kirchenmitglieder fort. Finanziell konnte die Diözese zwar ein kleines Plus erzielen, im laufenden Betrieb bleibt die Situation jedoch angespannt.