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Nach Kündigungen: Neue Pläne für die Interventionelle Radiologie am Klinikum Klagenfurt

Nach einer Kündigungswelle unter den Ärzten der Interventionellen Radiologie am Klinikum Klagenfurt wurde in den vergangenen Wochen intensiv nach einer Lösung gesucht. Nun soll die Versorgung auf drei Säulen neu aufgestellt werden: Versorgungssicherung, Teamaufbau und Ausbildung.

Außenaufnahme vom Klinikum Klagenfurt am Wörthersee ©Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft – KABEG

Die Zukunft der Interventionellen Radiologie am Klinikum Klagenfurt war Thema eines Informationsgesprächs im Gesundheitsausschuss des Kärntner Landtages. Gesundheitslandesrätin Beate Prettner und die KABEG-Führung informierten über die aktuelle Situation und die nächsten Schritte.

Was bisher passiert ist

Die aktuelle Situation geht auf Anfang August zurück. Die vier Ärzte der Unterabteilung für Interventionelle Radiologie am Klinikum Klagenfurt reichten geschlossen ihre Kündigungen ein. Als Grund wurden u.a. hohe Belastungen und aus Sicht des Teams nicht mehr zeitgemäße Rahmenbedingungen genannt.

Zwischenzeitlich, wenn außerhalb der Kernzeiten kein interventioneller Radiologe verfügbar war und eine Behandlung vor Ort nicht möglich war, wurden in Patienten deshalb vorübergehend nach Graz verlegt. Die Lösung mit Graz wurde von Beginn an als Übergangslösung bezeichnet.

Neue Leitung ab 1. Oktober

Wie heute veröffentlich wurde, wird mit 1. Oktober 2026 die Einheit der Interventionellen Radiologie am Klinikum Klagenfurt neu aufgestellt. Die Leitung übernimmt ein Arzt aus dem bestehenden Team, der weiterhin für die KABEG tätig sein wird. Er ist bereits mit dem Aufbau des neuen Teams befasst. Auch ein weiterer Arzt aus dem bisherigen Team bleibt in der Interventionellen Radiologie tätig.

Parallel dazu läuft die Suche nach weiteren interventionellen Radiologen. Dabei werden auch externe Spezialisten angesprochen. Ziel ist u.a. die Rufbereitschaften wieder zunehmend mit eigenen Kräften abzudecken.

„Unser Ziel war und ist ganz klar: Die Interventionelle Radiologie gehört an das Klinikum Klagenfurt und soll hier auch langfristig eine starke Zukunft haben“, betont Gesundheitslandesrätin Beate Prettner.

Ausbildung soll langfristig absichern

Neben der unmittelbaren Versorgung und dem Aufbau eines stabilen Teams soll die Ausbildung künftig eine zentrale Rolle spielen. Bereits vorhandene Kollegen sollen entsprechend aufgebaut und qualifiziert werden. „Das ist kein kurzfristiges Reparieren, sondern ein schrittweiser Aufbau mit einer klaren Perspektive“, sagt der stellvertretende KABEG-Vorstand Manfred Ferch. Mittelfristig soll die personelle Ausstattung zudem um einen weiteren Oberarzt erweitert werden.

Unterstützung aus Villach und Graz

Ein interventioneller Radiologe aus dem Klinikum Villach wird künftig zwei reguläre Dienste pro Woche sowie vier Nachtdienste im Monat in Klagenfurt versehen. Gleichzeitig soll die Ausbildungskooperation zwischen den beiden Standorten verstärkt werden. Die Zusammenarbeit mit dem LKH-Universitätsklinikum Graz bleibt ebenfalls bestehen. Graz soll dabei ausdrücklich als Backup und Übergangslösung zur Versorgungssicherung dienen.

„Wir denken die Gesundheitsversorgung im Süden in einer Region“, erklärt Prettner. Die Zusammenarbeit mit der Steiermark funktioniere gut und sei keine Einbahnstraße.

Zero-Gravity-System geht in Betrieb

Ein weiterer Schritt zur Stärkung der Einheit ist die Installation eines Zero-Gravity-Systems. Dieses soll die Radiologen bei interventionellen Eingriffen körperlich entlasten. Die ohnehin geplante Installation läuft derzeit und das System soll ab Freitag einsatzbereit sein.

Der Dienstplan für Oktober wird aktuell durch den neuen Leiter der Einheit erstellt. Ziel ist es, die personelle Abdeckung schrittweise wieder auszubauen und die Rufbereitschaften künftig vollständig mit dem eigenen Team sicherzustellen.

ÖVP-Gesundheitssprecher Ronny Rull dazu: „Es ist zu begrüßen, dass eine vorrübergehende Lösung gefunden wurde und die Versorgung derzeit gesichert ist. Das kann aber nur eine Zwischenlösung sein. Hier ist das Kebag-Management gefordert das Department der interventionellen Radiologie so – mit Personal und Ausbildung von Ärzten – auszugestalten, dass eine lückenlose Versorgung gesichert ist.“