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Alexander Windbichler ist der Mann, dem über 10.000 Kunden vertrauen

Die Gründung eines Unternehmens – ein Klacks. Sich danach einen Kundenstamm aufzubauen ist oft kniffliger als angenommen. Der gebürtige Lesachtaler Alexander Windbichler machte bereits in seiner frühen Schulzeit Bekanntschaft mit der großen weiten Welt des Progammierens und es wurde zu seiner Passion. 2006 gründete er „Anexia“ als klassischer Internet Service Provider mit Firmensitz in Klagenfurt. Heute ist das Unternehmen Anexia bekannter denn je und hat mit seinen Standorten in Österreich, Deutschland und den USA über 10.000 Kunden. VK24 hat sich mit Alexander Windbichler über die aktuelle Situation unterhalten und spannendes erfahren…

VK24: In einem Satz: Was macht die Firma Anexia?
Als Cloud Service Provider stellt Anexia IT Infrastruktur und individuelle Softwarelösungen zur Digitalisierung für Unternehmen zur Verfügung.

Homeoffice ist in aller Munde. Um den erhöhten Traffic standzuhalten benötigt man genügend Bandbreite. Österreich ist bekannt dafür, beim Breitbandausbau weit hinten zu sein (laut Statista haben nur 2,7% der stationären Breitbandanschlüsse Glasfaser). Wieso ist der Breitbandausbau in Österreich so schleppend?
Die Verfügbarkeit von Breitbandinternet ist essentiell, um in einer modernen Welt als Region wettbewerbsfähig sein zu können. Die Höhe der Investitionen in den Breitbandausbau sind nicht unerheblich. Jede Region muss daher überlegen, wie viel strategisches Gewicht der Breitbandausbau hat und wie man diesen finanziert. Höchstwahrscheinlich standen unsere Vorfahren vor ähnlichen Herausforderungen und Entscheidungen als es um die strategische Ausrichtung für Straßen, Eisenbahnnetz, etc. ging.

Wie hoch ist der Traffic in den letzten Wochen auf euren Servern gestiegen?
Die Systembelastung bei unseren Diensten ist in den letzten Wochen sehr stark angestiegen: Wir verzeichnen eine Verdreifachung beim Datentransfer, die Rechenleistung hat sich mehr als verdoppelt, mancherorts sogar verzehnfacht. Besonders stark ist die Auslastung an unseren Hauptstandorten in Europa. Diese konnten wir aber dank vorausschauender Lagerpolitik sehr schnell mit zusätzlichen Kapazitäten ausstatten, sodass wir der gesteigerten Nachfrage ohne Engpässe nachkommen können.

Gibt es noch Kapazitäten?
Die Frage können wir mit einem klaren Ja beantworten. Unser Geschäftsmodell basiert darauf, dass wir Kunden zu jeder Tag- und Nachtzeit mit ausreichend Kapazität versorgen. Aus dem Grund halten wir immer ausreichend Kapazität für das Wachstum und Spitzenzeiten frei.  Sobald die Auslastung an seinem Standort einen bestimmten Schwellenwert übersteigt, wird daher nachbestückt. Bei Anexia sind diese Schwellwerte sehr rigide, weshalb wir die hohe Nachfrage an Kapazität gut abfedern konnten und es zu keinem Engpass kam. Parallel läuft bei uns alles auf Hochtouren, um für zusätzliche Hardware und so zusätzlicher Leistung an unseren Standorten zu sorgen – und das trotz erschwerter Bedingungen aufgrund von internationaler Sicherheitsmaßnahmen und Beschränkungen. So konnten wir schon einige Upgrade-Projekte abschließen.

Gerade ländliche Regionen, wie zum Beispiel der Bezirk Völkermarkt, ist in der Digitalisierung weit hinten. Siehst du in den nächsten Jahren noch Chancen für ländliche Regionen hier mitzuhalten zu können? (Thema Onlineshop, Infrastruktur für Startups).
Digitalisierung betrifft alle. Es betrifft die Region, die Unternehmen und die Menschen – alle müssen „an einem Strang“ ziehen. Die derzeitige Coronakrise ist eine große Chance, um in diesem Bereich zu investieren. Eine pauschale Aussage, ob man überhaupt noch mithalten kann, ist nicht wirklich möglich, da jede Situation sehr individuell ist. Die Geschichte zeigt uns, dass die richtige Mischung aus Kreativität, Motivation und Mut fast alles möglich machen kann.

Hat deiner Meinung nach der Coronavirus die Digitalisierung vorangetrieben?
Der Cornavirus hat die Digitalisierung nicht vorangetrieben, er tut es jetzt im Moment und wir sind erst am Anfang. Keiner kann sagen, was in den kommenden Wochen und Monaten passieren wird. Wir sind aber überzeugt, dass die notwendige Auseinandersetzung mit Digitalisierungsthemen in vielen Bereichen aktuell einen merklichen Schub für die Branche bedeutet, vor allem aber eine gesellschaftliche Veränderung mit sich bringt. Gute-Nacht-Geschichten der Großeltern, vorgelesen via Videotelefonie, ist da nur ein Beispiel.

Gibt es bei Anexia zurzeit auch Kurzarbeit und Homeoffice?
Anexia hat die direkte und indirekte Verantwortung für Millionen von Homeoffice Arbeitsplätzen. Unsere Kunden brauchen gerade jetzt Partner, der Stabilität und Kontinuität vermittelt. Kurz vor der großen Welle, zu Beginn der Krise und der Ausgangsbeschränkungen, hatten wir bereits unser gesamtes Team im Homeoffice. So konnten wir uns beim großen Ansturm um die Anliegen unserer Kunden kümmern.

Damit unser Team den Kopf frei für die Anliegen unserer Kunden hat, haben wir uns dazu entschieden keine Kurzarbeit einzuführen und keine Kündigungen auszusprechen.

VK24 hat im März 2020 170 GB Traffic erzeugt, wie viel Traffic hat Anexia in Österreich im März durch ihre Server „gejagt“?
Weltweit sind wir im hohen zweistelligen PB (Peta Byte) Bereich.

Wie verbringt Alexander Windbichler zurzeit seine Freizeit? 
Ich nutze die Zeit und verbringe meine Freizeit mit meiner eigenen, kleinen Familie und mit der restlichen Familie bleibe ich per (Video-)Telefonie im Kontakt.

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Geschrieben am: 28.04.2020 19:27 Uhr

  • Quelle: Anexia, Alexander Windbichler
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