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Florjan Lipuš und der Zorn der Gerechtigkeit

Florjan Lipuš ist ein österreichischer Dichter und Schriftsteller, wenn nicht sogar „der“ über den gerade viele sprechen. Anfang dieser Woche wurde ihm der Große Österreichische Staatspreis verliehen. Landeshauptmann Peter Kaiser gratulierte ihm dazu. Hier ein Ausschnitt aus seinem Leben und warum er schon zu schreiben aufhören wollte.

Die Mutter zweier Kinder wird aus Gutmütigkeit verhaftet. Die Kinder und die schwer kranke Großmutter, welche kurz darauf verstirbt, bleiben allein zurück. Durch Zufall werden die hilflosen Kinder Tage später gefunden. Als deren Vater aus dem Krieg zurück kehrt, ist er ein gezeichneter Mann. Die Mutter kehrt nicht mehr zurück – sie wurde im KZ ermordet. Aus einem der Kinder wird ein Schriftsteller. Einer, der über das verhasste slowenische Volk und deren Diskriminierung Bücher schreibt.

Florjan Lipuš schreibt ausschließlich in slowenischer Sprache. Seine Werke wurden unter anderem von Peter Handke ins Deutsche übersetzt. Bereits im Jahr 2004 wollte er mit dem Schreiben aufhören. „Ich habe alles gesagt und geschrieben, was ich zu sagen und zu schreiben hatte„, sagte er bei einer Verleihung. Dennoch sind, wenn auch nur wenige, neue Bücher erschienen. 

Seit über 30 Jahre lebt er in Sielach, Gemeinde Sittersdorf. 1998 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatgemeinde verliehen, welche er heuer, 20 Jahre später, wieder zurück gab.

Ich will nicht Ehrenbürger einer Gemeinde sein, die vor der slowenischen Sprache und den Menschen, die sie sprechen, keine Hochachtung hat (…)
Florjan Lipuš, Statement zum Streit um zweisprachige Ortstafeln in Sielach

Heute lebt Lipuš, Vater von vier Kindern, mit seiner Frau Maria noch immer in Sielach, ohne Ehrenbürgerschaft, dafür mit anderen etlichen Auszeichnungen, direkt am Waldrand, mit Blick ins Freie.

 

 

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Geschrieben am: 3.10.2018 05:44 Uhr

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