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Wechsel an der Spitze des Diözesanarchivs: Univ.-Doz. Dr. Peter Tropper geht in Pension

Univ.-Doz. Dr. Peter Tropper, seit Bestehen des Diözesanarchivs in der Mariannengasse im Jahr 1981 Leiter des Archivs und seit 2015 Diözesanarchivar, tritt mit Ende Februar in den Ruhestand. Als Leiterin des Archivs folgt ihm die Philologin und Archivarin Mag. Veronika Polloczek, MA nach.

Peter Tropper, 1956 in Graz geboren, studierte Geschichte und Germanistik an der Karl-Franzens-Universität in Graz. 1980 legte er in Wien die Staatsprüfung am Institut für Österreichische Geschichtsforschung ab und trat 1981 als Archivar in den Dienst der Diözese Gurk. 1997 habilitierte er an der Theologischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität in Graz für das Fach Kirchengeschichte.

Tropper hat das Archiv der Diözese Gurk gemeinsam mit seinem Vorgänger als Diözesanarchivar, dem 2019 verstorbenen Prälat em. Univ.-Prof. Dr. Karl-Heinz Frankl, aufgebaut und zu einer anerkannten Serviceeinrichtung innerhalb und außerhalb Kärntens gemacht. Sein Forschungsinteresse galt stets in besonderer Weise der Kirchengeschichte Kärntens. Er ist u. a. Mitherausgeber der vierteiligen Publikationsreihe „Das Christentum in Kärnten“, konzipierte und betreute Großausstellungen wie „Hemma von Gurk“ und „Franz Xaver von Salm – Aufklärer, Kardinal, Patriot“ und veröffentlichte zahlreiche Bücher und Beiträge, u. a. zur Rolle der Diözese Gurk im 1. und im 2. Weltkrieg, zu kirchlichen Ordnungsvorstellung und dem katholischen Laienchristentum zwischen 1848 und 1938 sowie zur Geschichte der kirchlichen Verwaltung in Kärnten. In Zusammenarbeit mit dem Historiker Werner Drobesch von der Universität Klagenfurt fungierte Tropper als Herausgeber mehrerer Sammelbände zur Kirchengeschichte Innerösterreichs. Tropper ist Mitherausgeber der Klagenfurter Jesuiten-Chronik und der im Vorjahr erschienen Festschrift anlässlich des 350-jährigen Bestehens der Ursulinen.

In den vergangenen fünfeinhalb Jahren engagierte sich Tropper in der Digitalisierung der Geburts-, Trauungs- und Sterbebücher aus mehr als 300 Kärntner Pfarren. Im Zuge dieses Projektes konnten bisher 10.100 Bände mit 1,25 Millionen Scans auf der Internet-Plattform „Matricula online“  einer breiten Öffentlichkeit kostenfrei zugänglich gemacht werden.

Veronika Polloczek, 1987 in Landshut geboren, maturierte 2006 am St. Gotthard-Gymnasium der Benediktinerabtei Niederaltaich im Bistum Passau. Von 2007 bis 2013 studierte Polloczek Klassische Philologie an der Universität Wien. Anschließend absolvierte sie in Wien das Masterstudium „Geschichtsforschung, Historische Hilfswissenschaften und Archivwissenschaft“ am Institut für Österreichische Geschichtsforschung, das sie 2017 abschloss. Schon während ihrer Studienzeit war sie an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften beschäftigt. So war Polloczek u. a. für die Neuordnung und Erschließung eines Institutsarchivs verantwortlich sowie von 2018 bis 2020 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Digitalisierung und Archivierung der Diathek der Tabula Imperii Byzantini (Dig-TIB) beteiligt. Diese Diathek ist auch Thema ihrer Dissertation, die sie seit 2018 an der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien verfasst

Quelle: KathPress Diozese Gurk