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Veraltete Reaktoren: Risiko für schwere Atomunfälle steigt enorm

Am heutigen 35. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl präsentiert die von Oberösterreich initiierte Allianz der Regionen für einen europaweiten Atomausstieg die von ihr beauftragte Studie „Risiken von Laufzeitverlängerungen alter Atomkraftwerke“ im Rahmen einer Online-Veranstaltung der Vertretung des Landes Baden-Württemberg zur EU.

Die umfassende Studie (hier geht’s zur ganzen Studie) wurde unter Mitarbeit von 15 internationalen Top-ExpertInnen aus sechs Ländern erstellt und kommt unter anderem zu folgenden Schlussfolgerungen:

  • Die Technologie und Sicherheitskonzepte aller derzeit betriebenen europäischen Leistungsreaktoren sind veraltet.
  • Aufgrund der Alterung steigt das Risiko von Fehlfunktionen und Unfällen signifikant an.
  • Nachrüstungen können die Altanalagen nicht auf das für Neubauprojekte geforderte Sicherheitsniveau heben, und es fehlt eine Regulierung für Nachrüstmaßnahmen.
  • Generell besteht ein unzureichender Schutz gegen neue Risiken, insbesondere durch äußere Einwirkungen und gemeinsam auftretende Ereignisse (zum Beispiel Erdbeben, Flugzeugabsturz, Überschwemmungen).

Die Allianz der Regionen fordert daher eine Begrenzung der Laufzeit und Abschaltung alter Atomreaktoren, konkrete und verbindliche technische Sicherheitsanforderungen und keine Einstufung der Atomenergie als „nachhaltig“ im Rahmen der EU-Taxonomie.

„Das Risiko schwerer nuklearer Unfälle steigt durch den Betrieb alter Reaktoren deutlich an. Diese Grundaussage der heute präsentierten Studie sollte uns am 35. Gedenktag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl einmal mehr bewusstmachen, welchen Gefahren die Bevölkerung durch den Weiterbetrieb der Altreaktoren ausgesetzt ist. Unsere Ziele als ‚Allianz der Regionen für einen europaweiten Atomausstieg‘ als Auftraggeber der Studie ist, dieses wachsende Risiko mit klaren Regeln zu begrenzen und wir werden uns gemeinsam nach Kräften dafür einsetzen“, so Klima- und Umweltlandesrat Stefan Kaineder, Koordinator der Allianz.

„Durch umfangreiche Untersuchungen in den letzten beiden Jahrzehnten weiß man heute, dass die Region um Krško zu den am stärksten erdbebengefährdeten Gebieten Europas zählt. Bei der seinerzeitigen Planung und beim Bau des AKW Krško wurden mögliche Starkbebenereignisse nicht berücksichtigt und für eine Laufzeitverlängerung des AKWs gilt zusätzlich, dass die Materialien durch den natürlichen Alterungsprozess mittlerweile geschwächt sind. Damit können die Auslegungs-Materialkennwerte nicht mehr seriös herangezogen werden! Wir fordern daher die Stilllegung des AKW Krško“, so die Kärntner Landesrätin Sara Schaar.

Quelle: Land Kärnten